Grossfusion allein bringt nicht mehr Einfluss

von Anian Liebrand  

Leserbrief zum Interview mit Regierungsrätin Yvonne Schärli in der Neuen LZ vom 20. Juni 2011, „Eine gekaufte Fusion funktioniert nicht“, auf Seite 21.

Regierungsrätin Yvonne Schärli spricht sinngemäss aus, was die Befürworter eines GrossLuzerns immer wieder sagen: „Durch weitere Fusionen erhält Luzern mehr Gewicht auf nationaler Ebene“. Der renommierte Wirtschaftsprofessor Reiner Eichenberger ist da anderer Meinung. Wie er an der Infoveranstaltung des Vereins Gegen GrossLuzern überzeugend ausführte, hängt der politische Einfluss der Stadtregion Luzern nicht von weiteren Fusionen ab.

Praktisch alle Schweizer Städte beklagen sich über mangelnden Einfluss in Bundesbern. So haben 2009 gerade erst die Kantone Bern und Zürich beschlossen, näher zusammen zu rücken, da sie auf Bundesebene nicht das Gewicht hätten, „das ihnen aufgrund ihrer Stellung eigentlich zustehen würde“. Wenn sich sogar Bern und Zürich, die zusammen ca. 30 % der Schweizer Bevölkerung ausmachen, über „zu wenig Gewicht“ beklagen, liegt es ja auf der Hand, dass es uns Luzernern da nicht anders geht. Und: Kämpfen muss der Kanton Luzern für seine Anliegen sowieso immer. Mit oder ohne GrossLuzern!

Zudem bleibt die Anzahl Volksvertreter des Kantons Luzern (10 National- und 2 Ständeräte) nach der Schaffung eines GrossLuzerns stabil. Fazit: Wachstum allein bringt keinen grösseren Einfluss.

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