Die Wasserversorgung in Littau steht auf soliden Beinen. Dies zeigt sich unter anderem dadurch, dass in den letzten Jahren der Preis für das Wasser stetig gesenkt wurde. Unser Trinkwasser ist das wichtigste Grundnahrungsmittel schlechthin. Aus diesem Grund darf es nicht zum Spielball privater Profitinteressen werden und muss unter allen Umständen unter der demokratischen Kontrolle der Bevölkerung bleiben. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Mit der Zustimmung zur Fusion verschenken wir gleichzeitig auch die Littauer Wasserversorgung an die ewl. Der Preis ist schon abgemacht, er beträgt 2.5 Millionen Franken, also genau so viel wie die Wasserversorgung Reserven in bar hat! Zwar gehört die ewl im Moment noch der Stadt Luzern. Aber wie eine etappenweise Privatisierung eines bis anhin öffentlichen Monopols vor sich geht, kenne wir von der Swisscom her zur Genüge: Zuerst Auslagerung in eine Aktiengesellschaft, dann Beteiligung Dritter mit Mehrheitsbeteiligung der öffentlichen Hand, und schliesslich verlangen „Marktzwänge“ eine totale Privatisierung. Die dramatischen Folgen zeigen sich in London: Dort wurde bereits vor Jahren die Wasserversorgung privatisiert. Als Folge davon verschlechterten sich die Versorgungssicherheit und die Qualität des Wassers erheblich. Inzwischen hat der deutsche Stromriese RWE die Times Water aufgekauft und bestimmt nun aus dem Ausland die Zukunft der Wasserversorgung in London!
Der einzige Grund, weshalb die Wasserversorgung einer Gemeinde ausgelagert wird ist nämlich buchhalterischer Art: Die Gesamtverschuldung der Gemeinde nimmt ab. Weil die Gemeinde Littau derlei Kosmetik bis heute nicht betreiben wollte, haben wir auch noch keine Werke ausgelagert. So könnte man die Pro-Kopf-Verschuldung unserer Gemeinde massiv reduzieren, wenn man den Staffelnhof, die Wasserversorgung, Kanalisation, Abfallbeseitigung, die Schulhäuser und sogar das Gemeindehaus auslagern würde - Emmen will ja genau das machen. Finanziell ändert sich dadurch zwar nichts, im Gegenteil. Aber die Zahlen sehen dann halt auf den ersten Blick ein bisschen besser aus.
