Die Littauer Gemeindebibliothek ist wichtig für das Zusammenleben der Littauerinnen und Littauer. Leider wird sie kurz nach der Fusion mit Sicherheit verschwinden. Und dies nachdem man sie im 2006 ohne erkennbaren Grund für viel Geld aus dem ruopigenZentrum in ein teures Provisorium in der Gemeindeverwaltung gezügelt hat. Denn anders als in der Vorlage zur Auslagerung des Steueramts behauptet ist diese nicht in die Räume des ehemaligen Steueramts gezügelt worden. Diese stehen nach wie vor leer und der Gemeinde Littau geht damit ein Ertrag von über 50‘000.--/Jahr verloren! Um die Biliothek ins Gemeindehaus zu bringen hat man die Informatik in andere Reserveräume verschoben (Kosten über 10‘000.--). Der Umzug der Bibliothek hat dann 46‘000.-- gekostet. Da der neue Standort nicht mehr so attraktiv ist wie vorher im ruopigenZentrum wurden leider 11 % weniger Bücher ausgeliehen als budgetiert (Kosten knapp 13‘000.--). Zwar spart man jetzt 16‘000.-- Miete, die Bibliothek ist nun aber in kleineren Räumen untergebracht als vorher. Unumwunden gibt man zu, dass man den Umzug der Bibliothek nur in die Steueramtsvorlage hineingepackt hat, weil der Umzug der Bibliothek alleine bei der Bevölkerung keine Chance gehabt hätte. Man hätte das ruopigenZentrum erst nicht schwächen wollen, hätte sich aber dann doch dazu entschieden…
Und dies alles ein Jahr vor der Fusionsabstimmung bei der entschieden wurde, ob die Littauer Gemeindebibliothek überhaupt weiter existieren wird. Im Kommentar zur ersten Fassung des Fusionsvertrages steht in bestem Politikerdeutsch: „Es wird abgeklärt, ob ein Weiterführen der Gemeindebibliothek in Littau sinnvoll ist oder diese in die Stadtbibliothek integriert werden soll“. Und in der aktuellen Fassung (die ja von den Exekutiven jederzeit wieder abgeändert werden kann) steht, dass geprüft werde, ob die Bibliothek weiterhin dezentral an diesem Standort bleiben soll. Oder auf gut Deutsch: Da eine Gemeindebibliothek teurer ist als keine, und die fusionierte Stadt ja sowieso 15 Millionen Franken pro Jahr einsparen muss, wird die Gemeindebibliothek schlicht wegrationalisiert. Und wir Littauer hatten dafür für kurze Zeit das schönste Bibliotheken-Provisorium der Schweiz.
