Neustes Beispiel: NLZ, 16. Dezember 2008 «Gemeinden wollen Luzern stärken». Der richtige Titel wäre: Die Luzerner Regierung will die Agglomeration zur Fusion steuern. Das passt dann auch zum Zitat von Frau Yvonne Schärli Regierungsrätin: «Ich muss das ganze Jahr hindurch viel unterschreiben. Dieses Dokument unterschreibe ich nun aber besonders gerne.»
Die Fusion ist nicht das Ziel der Agglomerationsgemeinden. Deren Volk durfte sich zu diesem Thema noch gar nie äussern. Es ist aber das Ziel des Kantonsrats und der Regierung, die Agglomerationsgemeinden zu Gross-Luzern zu fusionieren.
Entsprechend verdreht der Artikel in der NLZ die Wahrheit. Der Kommentar auf der gleichen Seite verstärkt dann noch den Eindruck, die Agglomerationsgemeinden würden von schwachen Gemeinderäten geführt. Man wirft ihnen vor, dass sie in ihren Äusserungen den Ausdruck «Fusion» meiden würden, wie der Teufel das Weihwasser.
Die Gemeinderäte haben eben das Volk zu vertreten und nicht als Werkzeug der Regierung das Volk zu manipulieren. Deshalb gibt es eine ganze Reihe überzeugter Gemeinderäte, die im kontinuierlichen Ausbau sachbezogener Kooperation die Stärkung der Region sehen und nicht in einer Fusion, deren Folgen nicht vorhersehbar sind.
Die Regierung verfolgt aber noch immer das Ziel der Fusion. Dass es anders kommen könnte, als es sich die Fusionisten vorstellen, beginnen diese nun zu spüren. Also verhöhnt man die Volksvertreter, die nicht bereit sind, die Droge «Gross = stark» zu schlucken.
