Grüne Wiese unter schattigen Bäumen

Steuervorteile, die sich in Luft auflösen

Tatsache ist, dass im Fusionsvertrag nirgends ein Steuerfuss festgesetzt wird, schon gar nicht für eine bestimmte Zeit. Es wird lediglich festgelegt, dass am 1.1.2010 der niedrigere Steuerfuss übernommen wird. Wie hoch dieser ist und wie lange man an diesem festhält kann zum heutigen Zeitpunkt niemand sagen. Eines ist aber sicher. Die 15 Millionen, die die fusionierte Stadt pro Jahr einsparen müsste, sind nicht zu erreichen. Denn in der Stadt Luzern stehen grosse Investitionen an, so zum Beispiel das neue FCL-Stadion, ein neues Hallenbad, Sanierung der maroden Kanalisation, Tieferlegung der Bahn und hohe Ausgaben der rot-grünen Regierung für die Kultur. Also wird eine Steuererhöhung unumgänglich sein. Man wird dann von „veränderten Verhältnissen“ und „Sparübungen des Kantons“ sprechen, von falschen Vorstellungen der vorherigen Regierung, die die Fusion in die Wege geleitet hat.

In Tat und Wahrheit sind es aber nicht die Steuern allein, die die Bürger belasten. Vielmehr sind das zusätzlich noch sämtliche Gebühren und sonstige Abgaben, die das monatliche Budget belasten. Im direkten Vergleich mit Luzern bleibt den Littauern dabei klar mehr frei verfügbares Einkommen als den Luzernern. So bleiben einem Ehepaar mit zwei Kindern, einem Einkommen von Fr. 150‘000.-- und Vermögen von Fr. 300‘000.-- jedes Jahr Fr. 9‘500.-- mehr zum leben. Ein Ehepaar ohne Kinder, mit einem Einkommen von Fr. 250‘000.-- und einem Vermögen von Fr. 600‘000.-- spart in Littau sogar ganze Fr. 15‘300.--!! Es ist also äusserst kurzsichtig, nur die kurzfristigen Steuervorteile zu beachten. Um so mehr, als mit der geplanten Gross-Fusion von Luzern mit Littau, Emmen, Kriens, Horw, Ebikon, Meggen und Adligenswil heute noch niemand weiss, wie der Steuerfuss einst aussehen wird. Um solcherlei Unsicherheiten zu vertuschen zeigen sich die Politiker äusserst kreativ. So zieht der Kanton bei den Bürgern Steuern ein, um sie dann an Gross-Luzern weiter zu geben, damit diese wiederum ihre Steuern senken können. Wäre es da nicht einfacher und logischer die Steuern des Kantons zu senken? Schon, aber woher nimmt man sonst die fehlenden Millionen um die fatale Grossfusion zu finanzieren?