Fusion Luzern-Littau

von Anian Liebrand  

Ab dem 1.1.2010 ist die Gemeinde Littau Geschichte und definitiv in der Stadt Luzern einverleibt. Viel wurde über diese Fusion geschrieben. Über all die Visionen, die vielen Vorteile, welche dieser Akt mit sich brächte. Die Kantons- und Stadtbehörden inszenierten die Fusion - von deren Entstehungsgeschichte bis zur Vollendung - als regelrechten Superevent. Unzählige Stunden Verwaltungsarbeit flossen in das Mammutprojekt, das auf Gedeih und Verderb eine Vorzeigefusion sein muss, um den anderen Agglogemeinden den Einstieg in den Fusionsprozess schmackhaft zu machen.

Nun, dass alle Gemeindebehörden ohnehin für die Fusion sind, ist kein Geheimnis. Wenn Luzern-Littau auch noch so scheitern und Millionen verschlingen würde, ihnen wäre es egal. Solange sie persönlich Profit aus einem Fusionsprozess schlagen können, z.B. indem sie ein besseres Pöstchen erhalten. Lästig ist ihnen einfach das dumme Volk. Das wagt es doch tatsächlich, den wirklichen Nutzen durch Fusionen selbst beurteilen zu wollen - und ist dazu noch recht kritisch.

Deshalb muss dieses Volk beruhigt werden. Indem die ganzen Abläufe der Fusion Luzern-Littau dokumentiert werden und jede Änderung PR-mässig dahin "gespinnt" wird, dass die Fusion als Erlösung da steht. Treten mal Misstöne auf, werden die einfach nicht gehört oder mit fachsimpelnden Hochglanz-Antworten todgequaselt.

Ich frage mich ernsthaft: Auch wenn die Nachteile der Fusion wirklich offensichtlich würden - kann das Projekt Luzern-Littau überhaupt kritisiert werden? Ich befürchte nicht. Denn der Fusionsplan ist schon fortgeschritten. Da käme ein Abserbeln des Musterbeispiels gänzlich ungelegen.

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