Wird es ernst mit Gross-Michelsamt?

von Anian Liebrand  

Der Kanton Luzern will weitere Gemeindefusionen im Michelsamt durchdrücken. Dazu ködert er die Gemeinden mit viel Geld - und scheint willige Vollstrecker in deren Behörden gefunden zu haben.

Obwohl die Michelsämter Gemeinde Beromünster gerade erst 2009 mit Gunzwil fusioniert ist und sich noch immer in der Umsetzungsphase der Fusion befindet, will der Gemeinderat bereits zu neuen Ufern aufbrechen. Es ist zwar ein offenes Geheimnis, dass der Grossteil des "Möischterer" Gemeinderates und der Verwaltung fusionsmüde sind und am liebsten einen Marschalt einlegen würden, um nicht zu sagen die Fusionspläne gänzlich ad acta zu legen.

Doch weil der Kanton einen engen Zeitplan gesetzt hat und mit den grossen Geldscheinen und Prestige winkt, will der Gemeinderat trotzdem vorwärts machen mit Fusionsgesprächen. So hat er zusammen mit den Gemeinderäten von Neudorf und Pfeffikon via einem Workshop sowie der Unterzeichnung des Fusions-Vorvertrags in grossem Pomp die Abklärungsphase gestartet.

Wie es in einer gemeinsamen Mitteilung der Gemeinden heisst, hätten die Partnergemeinden in vielen Bereichen ähnliche Vorstellungen bezüglich einer neuen Gemeinde. Mit dem Fusions-Vorvertrag soll die Machbarkeit einer Fusion von Beromünster, Neudorf und Pfeffikon geprüft werden. Gemäss Vorvertrag bilden die "Vereinigten Gemeinderäte" das oberste Organ des Projektes.

Die Grundlagen sollen bis zum Frühjahr 2011 vorliegen. Zeigen die Abklärungen, dass ein Zusammenschluss Vorteile bringt, dann entscheidet der Souverän am 27. November 2011 über die Gemeindefusion. Um auf der Hand liegende Fusionsvorteile zu finden, muss zwar lange gesucht werden, doch für den Kanton lohnt sich sowieso jeder Zusammenschluss. Die Fusion sei dann bis zum 1. Januar 2013 umzusetzen. Seien wir mal gespannt.

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